Keine Angst vor Quarzfiltern

Wer selbst Sender oder Empfänger für SSB-Betrieb bauen will, hat heute zwei Möglichkeiten: entweder man setzt direkt auf SDR und arbeitet mit Direktsampling oder Tayloe-Mischer und macht die Filter in Software - oder man geht klassisch vor und arbeitet mit Mischer und Filtern.
Das Filter erfüllt für Senden und Empfang unterschiedliche Zwecke. Der primäre Zweck eines steilflankingen Filters im Sendefall ist die Unterdrückung des unerwünschten Seitenbands der im Mischer erzeugten Zweiseitenbandmodulation. Im Empfangsfall soll das Filter lediglichen den schmalen, erwünschten Durchlassbereich des Zielsignals durchlassen und die Signale unter- und oberhalb der VFO-Frequenz aussperren.
Nun kann man, wie fast alles im Afubereich, auch SSB-Filter für teuer Geld kaufen - allerdings wird die Auswahl zusehends kleiner, so hat Rockwell Collins die Produktion von mechanischen Filtern eingestellt. Wenn man aber Selbstbau betreiben will, kann man durchaus auch ein Filter selbst bauen; alles was es dazu braucht ist das Programm 'Dishal' von DJ6EV (bitte Google bemühen, ich setze keine Links zu anderen Websites) und eine grössere Auswahl an normalen Quarzen. Aufgrund der höheren Güte, sollte man nach Quarzen im HC/49-U-Gehäuse Ausschau halten und die HC/49-US im flachen Gehäuse vermeiden - zur Not kann man aber auch mit diesen experimentieren.
Wie bekannt sollte die ZF eines Transceivers nicht im Empfangsbereich der Afubänder liegen. Üblicherweise setzt man die ZF in den Bereich zwischen 9MHz und 10,7MHz; ich habe im konkreten Fall mit 10,245MHz-Quarzen Filter gebaut; man kann aber auch 10,24MHz, 10MHz, oder 8,867MHz auswählen.